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Léon

Walter Rainer Leonhardt · 1933 — 2013

Ein Leben,spät gemalt

Geboren in Wien, aufgewachsen in San Remo, zu Hause in vier Sprachen und in keinem Land besonders. Léon malte fast ein Jahrhundert lang und ließ es bis 1990 kaum jemanden sehen.

Léon in Bardolino am Gardasee

Léon in Bardolino am Gardasee

Wien, San Remo, überall

Walter Rainer Leonhardt wurde 1933 in Wien als Kind deutscher Eltern geboren und wuchs in San Remo an der italienischen Riviera auf. In den Jahrzehnten danach reiste und lebte er in vielen Ländern, und die Ruhelosigkeit ist zu sehen: im Archiv finden sich die Provence, Paris, Venedig, Ägypten, New York und die Wüste Arizonas, alles durch dieselbe unverkennbare Hand gefiltert.

Mit vierzehn fing er an zu malen. Zu verkaufen begann er erst 1990, mit siebenundfünfzig — und dann kam der Erfolg sofort und, nach seinen eigenen Worten, überraschend.

Die Katzen

Kurz nachdem er zu zeigen begonnen hatte, fing Léon die Serie an, die ihn ausmachen sollte. Nicht die Art Katzen, die einem auf der Straße begegnet: sie sind eine ironische Sicht auf Mensch und Tier im selben Körper, in ungewöhnlichen Farben und noch seltsameren Haltungen, jede anders als die vorige und darum ein Unikat.

Die Katzen reisten weiter als er. Heute hängen sie in Museen in Amsterdam, Nizza, Lausanne und Ainville, und zweiundvierzig von ihnen erschienen als Katalog der Galerie du Marché in Montreux unter dem Titel Les chats fantastiques.

Format, und alles Übrige

Sein größtes Werk — 350 × 180 cm — hängt in der Belle Étage des Berliner Hilton. Das größte in eigener Hand ist Terra X: 320 × 172 cm Ölfarbe, in Schichten auf Hartfaserplatte aufgetragen.

Neben den Katzen arbeitete er in Serien: The USA seen by a Martian, The Lovers, Homo Vacuum, Lips, 12 Faces of Eva und zehn satirische Arbeiten nach Edgar Allan Poes Der Rabe. Les Solitudes und Eingemauert waren die letzten beiden, die er begann.

In Italien erschienen Poster, in Frankreich Offsetlithografien, in ganz Europa und den USA Postkarten. Galerien in Deutschland, Frankreich, Holland, der Schweiz, Österreich, Kanada und den USA führten seine Arbeiten, einige davon auf der Art Cologne und der Art Basel.

Bardolino

Léon verließ uns am 11. Oktober 2013. Viele seiner Werke sind weiterhin in seinem Haus am Gardasee in Bardolino zu sehen, wo der Nachlass bis heute seinen Sitz hat.

Dieses Archiv ist der erste Versuch, das Ganze an einem Ort zusammenzuführen — einschließlich dreier Serien, die er in seiner eigenen Biografie nennt, zu Lebzeiten aber nie veröffentlicht hat.

Öffentliche Sammlungen

  • AmsterdamMuseumssammlung
  • NiceMusée d'Art Naïf Anatole Jakovsky
  • LausanneMuseumssammlung
  • AinvilleMuseumssammlung
  • BerlinHilton Hotel, Belle Étage — 350 × 180 cm